Gustav Donath

zur person
Promovierter Musikwissenschaftler (Univ. Wien 1904); auch Maler und Lyriker; verheiratet 1907 mit Alice Charlemont, 1921 mit Leontine (genannt Lona) Bolek. Donath befasst sich künstlerisch als Maler, Lyriker (Gedichtband Harmonie 1957), Pianist, Komponist und als Musikwissenschaftler mit Harmonielehre. 1909-1949 Bibliotheksleiter an der Wiener Hochschule für Darstellende Kunst; 1929 Professor für Musiktheorie an der Abteilung für Kirchen- und Schulmusik. In den wissenschaftlichen Arbeiten Donaths zeigt sich eine starke Abhängigkeit von Ludwig Klages, mit dem er seit 1907 befreundet ist.
Schreibweise RM
G | Gustl
RM-Bezug
Gustav Donath ist Musils engster Freund in seiner Kinder- und Jugendzeit in Brünn, wo die Familien Musil und Donath nebeneinander wohnen. Von 1911-1913 leben Robert und Martha Musil mit Gustav und Alice Donath in der Unteren Weißgerberstr. 61 in Wien Tür an Tür. Nach dem 1. Weltkrieg stehen sie nur mehr sehr sporadisch in Kontakt.
Literarischer Bezug
- Vorbild für Walter im Mann ohne Eigenschaften
- In der Vorarbeit zum Roman (1904-1914) und in der Romanstufe Die Zwillingsschwester (1923-1926) verarbeitete Musil das Dreiecksverhältnis Donath, Alice Charlemont und Ludwig Klages bzw. Rudolf Sieczynski (1902/03)
Korrespondenz
Dokumente
- Musil in Brünn
- Brünner Literaturszene um 1900
- Abitur und Erholungsurlaub 1904
- Alice
Quellen und Literatur
- Frisé 1981/2, 313f
- Corino 2003, S. 291-307; 449-466
