Sigle A

Auflösung der Sigle

A = »Aufsätze und Notizen dazu« -[siehe Registerheft/22]: Sigle der Schreibphasen 1920-1925, ursprünglich zur Ordnung von Vorkriegsmaterialien

Textgenetische Funktion

Mit Hilfe der Sigle A sondierte und sortierte Musil seine Entwürfe und Notizen aus der Zeit vor dem Ersten Weltkrieg, die nicht in Heften, sondern auf Blättern erhalten waren und die mehr in die essayistische und literaturkritische und weniger in die erzählerische bzw. dramatische Richtung wiesen. Er begann mit der Registrierung und Siglierung Mitte 1920, Ergänzungen reichen bis in die Mitte der zwanziger Jahre. Die Registratur erfolgte in Kombination mit dem alphabetischen Index im Registerheft. Bis auf fünf Blätter sind alle 160 A-Siglen erhalten. Zum Großteil, nämlich bis auf 21 mit A siglierte Blätter, befinden sich diese in der Mappe IV/3 mit der Aufschrift und der Musilschen Inventarbezeichnung »A«. Der Vorkriegs-Fundus (107 A-Siglen) und die Materialien aus der Nachkriegszeit (43 A-Siglen) sollten gemeinsam mit den gleichzeitig registrierten AN-Siglen als Materialreservoir für die schriftstellerische Produktion im Rahmen seines großen Nachkriegsprojekts ‚Die zwanzig Werke‘ dienen. Bis auf wenige Ausnahmen, wo A-Blätter den Status von Vorstufen zu veröffentlichten Texten haben, sind die »Aufsätze und Notizen dazu« aber unverwirklicht geblieben, essayistische, kritische, poetologische Splitter, die Musil nie weiter ausgearbeitet hat, aber in seinen späteren Lebensstationen, wahrscheinlich weitgehend in der ursprünglichen Anordnung nach den Siglennummern, mit sich führte, ohne noch Gebrauch davon zu machen. Martha Musil meinte unter anderem wohl auch die A-Blätter, wenn sie 1942 von den »ersten[n] Aufzeichnungen« spricht, »die oft sehr schön sind, ihm aber nur als Notizen zur späteren Ausarbeitung dienten«, und von ihrer Ratlosigkeit, was zu tun sei (Br 1 1444). In den bisherigen Buchausgaben sind Texte aus dem Reservoir der A-Siglen kaum vertreten. In der Klagenfurter Ausgabe ist im unten stehenden Verzeichnis die ursprüngliche Anordnung wieder hergestellt und es ist ein Großteil des Korpus als Lesetext in Band 14 und Band 15 konstituiert.

Verzeichnis der AN-Siglen